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Workshop Betriebsübernahme

Das Ruder übernehmen! Aber wie?

Am Dienstag, den 20. Oktober 2015 fand der erste Workshop zum Thema Betriebsübernahme in der Ersten Norddeutschen Fleischerfachschule statt. Teilnehmer waren die 23 Meisterschüler des aktuellen Jahrgangs. Drei Betriebe, die zurzeit einen Nachfolger suchen, stellten sich vor. Begleitet wurde der Workshop von den zwei Referenten Raphael von Krasowicki, Betriebsberater der Handwerkskammer Hamburg und Dirk Fricke-Rüter, Gründungsberater bei der Hamburger Sparkasse. Dr. Joachim Drescher, Geschäftsführer der Fleischerinnung Hamburg, moderierte die Veranstaltung.

„Der selbständige Meisterbetrieb ist eine der wichtigsten Grundlagen des Fleischerhandwerks. Das gilt gerade vor dem Hintergrund des anhaltenden Rückgangs der Fleischerfachgeschäfte“, so Dr. Joachim Drescher. Deshalb sei es wichtig, jungen Menschen aufzuzeigen, welche Chancen die Selbständigkeit mit sich bringe und was man tun könne, um einen eigenen Betrieb zu führen. Eine gute Möglichkeit biete die Übernahme eines bereits bestehenden Betriebs. Der Workshop hatte deshalb zweierlei zum Ziel: Zum einen Innungs-Mitgliedern, die einen Nachfolger suchen, die Möglichkeiten bieten, sich vorzustellen. Zum anderen, angehenden Fleischermeistern die Selbständigkeit näher zu bringen.

Die Fleischermeister Lothar Etzel und Walter Elias aus Hamburg sowie Walter Bösche aus Walsrode stellten ihre Betriebe vor und erläuterten, wie schwierig es heutzutage sei, interessierte Nachfolger zu finden. „Risiken bei einer Übernahme liegen vor allem in der Kommunikation zwischen beiden Seiten. Dieser Workshop bietet eine gute Möglichkeit, sich über alle Gesichtspunkte zu informieren“, so Isabell Dohm, Geschäftsführerin des Fleischerverbandes Niedersachen-Bremen. Wie bringt man Interessenten und Vergebende also zusammen? Besonders wichtig dabei sei, sich Zeit zu nehmen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und sich von Profis Unterstützung zu holen, so Isabell Dohm.

Wie diese Unterstützung aussehen kann, erläuterten Raphael von Krasowicki, Betriebsberater der Handwerkskammer Hamburg und Dirk Fricke-Rüter, Gründungsberater bei der Hamburger Sparkasse. „Einen Nachfolger zu finden, ist keine leichte Aufgabe. Eine Betriebsgründung oder -übernahme bedarf einer sorgfältigen Planung“, so von Krasowicki. „Mit unseren kostenlosen Unternehmensbewertungen können wir Vergebenden und Bewerbern helfen, auf einer soliden Datenbasis zu verhandeln“, sagt von Krasowicki.

Dirk Fricke-Rüter erklärte wie die Finanzierung bei dem Vorhaben Selbständigkeit gelingen kann. „Die Voraussetzungen für eine Gründungsfinanzierung sind Bonität, persönliche Qualifizierung, ausreichend Praxiserfahrung und ein aussagekräftiges, realistisches Konzept“, so Fricke-Rüter. Wer sein eigener Chef werden wolle, brauche eine gründliche Vorbereitung, bei der man sich aktiv und konstruktiv mit möglichen Risiken und Knackpunkten der Übernahmebedingungen auseinandersetzten müsse.

Und was ist mit den kursierenden Mythen über die Selbständigkeit im Fleischerhandwerk? Von 80 Arbeitsstunden in der Woche bis zur Vorstellung, ohne die Beteiligung des Lebenspartners funktioniere sowieso nichts? Die Experten waren sich einig: Diese Vorstellungen treffen heute nicht mehr zu. Wer erfolgreich selbständig sein möchte, brauche eine vernünftige Planung und Organisation. Das Fleischerhandwerk müsse sich für neue Management-Lösungen öffnen.

Wie geht es weiter?

Aufgrund der positiven Resonanz der Teilnehmer hat die Fleischerinnung Hamburg beschlossen, allen folgenden Meisterjahrgängen einen Workshop zur Betriebsübernahme anzubieten. In Zukunft soll außerdem eine Plattform ins Leben gerufen werden, die einen zielorientierten Austausch zwischen übergebenden Betrieben und Interessenten möglich macht.